Nach den Betriebsratswahlen ist vor der Amtszeit. Und die soll möglichst erfolgreich sein, das ist ja vollkommen klar. Wer als Betriebsrat erfolgreich agieren will, der legt nicht einfach los oder begibt sich nach der Wahl in einen vierjährigen Dornröschenschlaf, sondern der zieht sich zurück, sortiert sich intern kulturell und inhaltlich und geht die Aufgaben strukturell und strategisch sauber an. Wie man so etwas machen kann, darum geht es in dieser Blogfolge.
Berater wie ich haben in diesen Tagen und Wochen hohe Konjunktur, denn viele Betriebsratsgremien buchen uns für Start-, Strategie- oder sonstige Workshops, um ihre Aufstellung, Ziele und die Grundregeln fürs Miteinander im neu zusammengesetzten Gremium mit professioneller Begleitung aufzugleisen. Ich bin von einigen Kolleginnen und Kollegen, die die Kostenübernahme für eine solche Veranstaltung von ihrem Arbeitgeber – trotz Durchsetzungsmöglichkeiten auch in solchen Fragen – nicht erwarten können, darauf angesprochen worden, ob ich nicht einmal ein wenig den Schleier lüften mag, der über solchen Veranstaltungen liegt.
Betriebsrat ist man nebenbei!? – Die Berücksichtigung von Betriebsratsarbeit in der Personalplanung
Die meisten Betriebsräte sind nicht für ihr Ehrenamt freigestellt, sondern sind ganz normal an ihrem Arbeitsplatz tätig. Wenn sie Betriebsratsaufgaben wahrnehmen, fehlt dafür den Kolleginnen und Kollegen in ihrem beruflichen Umfeld gelegentlich das Verständnis und sie reagieren wenig herzlich auf die Ankündigung, sich für die Betriebsratsarbeit von ihrem Arbeitsplatz zu entfernen. Ich habe das selbst erlebt: Und wenn Du noch so überzeugt von der Wichtigkeit Deines, Achtung: Ehrenamts, bist, entfernst Du Dich doch mit einem leicht schlechten Gewissen und unter man kühlem Blick der Kollegen von Deinem Arbeitsplatz. Vom Chef oder der Chefin ganz zu schweigen.
Später versuchst Du dann, oft, wenn die anderen schon gegangen sind, Deine Arbeit nachzuholen, denn das hat natürlich keiner für Dich gemacht und Du willst auch allen zeigen, dass Dein Betriebsratsjob Dich nicht zu einem Low-Performer am Arbeitsplatz macht. Wenns ganz blöd läuft, verlierst Du den Spaß an beidem und wirfst das Handtuch im Betriebsrat oder schränkst Deine Aktivitäten ein. Und in harten Fällen leidet sogar Deine Gesundheit darunter.

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