Nachdem Ihr nach den Betriebsratswahlen im letzten Jahr nun etwa ein Jahr im Amt seid, ist für Viele der Zeitpunkt gekommen, strukturiert zu reflektieren, wie der Start gewesen ist, ob alle neuen Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat angekommen sind und sich einbringen und auch, ob Nachjustierungsbedarf für die verbleibende Amtszeit besteht. Derzeit werde auch ich ungewöhnlich häufig angefragt, ob ich einen solchen Strategieworkshop moderieren und unterstützen kann. Für all diejenigen, die sich einer solchen externen Moderation nicht nähern wollen oder können, erzähle ich heute einmal, wie ich an solche Dinge vom Grunde her rangehe und gebe ein paar Tipps, wie auch Ihr so etwas in Eigenregie machen könntet.
Gesund und glücklich im Homeoffice – Gespräch mit Lisa Rosa Bräutigam, nuwo
Marco Nörenberg:
Beim Thema Homeoffice werden viele Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten berührt. Angefangen natürlich bei Fragen der Technik, der Leistungs- und Verhaltenskontrolle, der Arbeitszeit und ihrer Erfassung bis hin zum noch neueren Mitbestimmungsrecht von Betriebsräten bei der Ausgestaltung von mobiler Arbeit.
Betriebsversammlung - Transkription des 360 Grand BR Podcast
Die pandemiebedingte Sonderregelung, nach der Betriebsversammlungen hybrid oder online durchgeführt werden konnten, ist ausgelaufen. Seit dem 8. April diesen Jahres sind Betriebsversammlungen nur noch in Präsenzform durchzuführen. Ich habe sowohl im Kreis meiner Kontakte als auch in meinem Social Media Umfeld einen großen Aufschrei wahrgenommen. Dies sei rückwärtsgewandt, es ignoriere den Fortschritt, die Digitalisierung sowieso und widerspreche dem veränderten Arbeits- und Lebensverhalten vieler Kolleginnen und Kollegen. Außerdem sei dies nicht gut für den Umweltschutz, dass es den familiären Bedürfnissen der Beschäftigten vorbeigehe und vieles mehr. Auch wenn Viele sicherlich in diesen Kanon mit einstimmen, möchte ich heute eine etwas andere Position einnehmen und zwar: die Betriebsversammlung in Präsenz sind gerade in diesen Zeiten sehr wichtig und nötig, wenngleich das nicht heißen muss, dass alles so bleiben sollte wie es im Moment ist.
Als Betriebsrat im Jahr 2023 besser werden! „Gute Vorsätze“ fürs neue Jahr.
Als ich vor dem Weihnachtsfest einmal in LinkedIn die Frage gepostet habe, welche „guten Vorsätze“ Ihr Euch für die Arbeit im Betriebsrat vornehmen wollt, war ich doch überrascht von der Resonanz: Die ersten Reaktionen, auch direkt im Beitrag, gingen in die Richtung, gute Vorsätze brauche man nicht oder auch, man wolle weiterhin sein Bestes geben.
Erst so nach und nach kamen dann wirkliche echte Punkte auf, was man sich für 2023 als Betriebsrat, JAV oder SBV vornehmen könnte oder auch möchte. Da war eine Menge Interessantes bei, das mir schon wieder Futter für viele Folgen gibt, vielen Dank also an Euch für die Beteiligung an dieser Diskussion!
Die JAV – Partner und Nachwuchsschmiede des Betriebsrats
Ich bin immer wieder erfreut überrascht über die zahlreicher werdenden Rückmeldungen zu dieser Reihe. Vielen Dank dafür! Jetzt hat mir aber in der letzten Woche jemand mal so richtig einen eingeschenkt: Ständig würde ich sagen, dass ich mit meiner Beratungsfirma 360 Grad Betriebsrat Cosulting einen Mehrwert schaffen will auch für die Arbeit von Jugend- und Auszubildendenvertretungen, tatsächlich aber noch nicht eine einzige Folge zur JAV gemacht.
Der Punkt geht ganz klar an den jungen Kollegen, und so geht es heute um meine Sicht auf eines der wichtigsten Dinge in unserer Gesellschaft: Das Engagement junger Leute und ihre Übernahme von Verantwortung für die Gestaltung von Arbeitsbedingungen! Heute geht es um die JAV!
Als Betriebsrat die Seminare des Arbeitgebers mit eigenen Teilnehmern besetzen
Ich habe schon oft gute Betriebsräte getroffen, die in diesem Thema wenig oder gar nicht initiativ waren, schlicht deshalb, weil das allgemein der Sphäre des Arbeitgebers zugerechnet wird.
Mehrarbeitsanträge des Arbeitgebers ablehnen - macht man das als Betriebsrat?
Jetzt hat er endgültig den Verstand verloren, wird sich vielleicht mancher von Euch denken. Überstunden verhindern? Die sind doch meist ausgesprochen beliebt bei den Kolleginnen und Kollegen, schließlich gibt es dafür in aller Regel Zuschläge. Außerdem geht’s doch schließlich darum, die Arbeit zu schaffen, das befriedigt die Kunden und sichert die Wettbewerbsposition des Unternehmens, was ja am Ende auch die Sicherheit der Arbeitsplätze erhöht.
Dennoch habe ich in meiner langen Betriebsratslaufbahn an einigen Stellen Mehrarbeit gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat blockiert und hätte es auch an anderen Stellen getan. Warum es aus meiner Sicht also durchaus opportun für Betriebsräte sein kann, Mehrarbeit im Betrieb zu verhindern und was dabei zu bedenken ist, darum geht es in dieser Folge.
Dem Arbeitgeber in die Urlaubsvergabe reingrätschen
Weiter geht es mit der Reihe „So etwas macht man als Betriebsrat nicht – oder doch?“, und heute geht es um die zweitschönste Zeit im Jahr, nach der Weihnachtszeit. Für manche zumindest: Die Urlaubszeit!
Da haben natürlich alle Beschäftigten Wünsche, etwa durch das geschickte Ausnutzen von Brückentagen, das Legen des Urlaubs in die attraktiven Sommerzeiten oder auch die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr für Familienbesuche den Nutzen zu maximieren.
Der Arbeitgeber hat meist andere Ziele mit Blick auf genau diese Zeiträume: Das Aufrechterhalten von Serviceleveln, Mindestbesetzungen, ein gut laufendes Geschäft und Ähnliches.
Den Arbeitgeber auf Unterlassung in Anspruch nehmen
Ich habe tatsächlich ein selbst erlebtes Beispiel für das gerichtliche Durchsetzen eines Unterlassungsanspruches heute für Euch dabei. Ist irgendetwas um die 10 Jahre her, bei dem Betrieb in Hamburg, dessen Betriebsrat ich vorgesessen habe. Aus heiterem Himmel kam der Arbeitgeber darauf, per Mail allen Beschäftigten zu verkünden, dass fortan aus Gründen des Gesundheitsschutzes im gesamten Betrieb ein absolutes Rauchverbot gelte.
Inflation jetzt als Betriebsrat thematisieren
Ich bin in den letzten Tagen und Wochen eine Menge unterwegs und im Kontakt mit Betriebsräten und Beschäftigten. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass es zwei Themen gibt, die momentan ausgesprochen dominant sind: Das ist zum einen das Thema Wertschätzung im Sinne attraktiver Arbeits- und Einkommensbedingungen und zum anderen die großen Unsicherheiten nahezu Aller wegen dem, was außerhalb der Betriebe gerade in unserer Welt passiert.
Zur Klimakrise ließe sich hier separat etwas sagen, und tatsächlich denke ich auch in der Betriebsratsberatung auf dem Thema rum. Zur Ukraine-Krise sagt gefühlt nahezu jeden Tag jeder etwas, und ich werde nicht müde, die besondere Rolle von Betriebsräten für den sozialen Frieden hierzulande zu betonen und einen beschäftigtenorientierten und partnerschaftlichen Umgang von Arbeitgebern mit ihren Betriebsräten einzufordern.
Effizient im Betriebsrat – Die Ausschüsse
Die Betriebsausschüsse sind gebildet und nun steht die Frage an, ob und wenn ja welche weiteren Ausschüsse der Betriebsrat bilden sollte und auch, wer in ihnen mitwirken sollte. Gerade für neu gewählte Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat ist das zunächst mal ein Mysterium, und es ist an den alten Hasen und vor allem der Betriebsausschüsse bzw. den Vorsitzenden, den Prozess der Ausschussbildung und -besetzung zu orchestrieren.
Klingt alles erstmal recht einfach und kann es auch sein, dennoch gibt’s den ein oder anderen Stolperstrick in der Frage bzw. lassen sich mit wenigen Kniffen deutliche Vorteile für den Betriebsrat generieren. Grund genug für mich, den Ausschüssen des Betriebsrats einmal eine Folge zu widmen. Los geht’s!
Wertschätzung und Solidarität – Betriebsräte sind DER Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen
Immer mehr Unternehmen und Branchen haben echte Probleme, gutes oder überhaupt Personal zu finden. Aktuell sehen wir Schlangen von hunderten Metern an Flughäfen, geschlossene Gastronomiebetriebe oder solche mit stark eingeschränktem Service und Fachkräftemangel allerorten. Was ist da los?
Zugleich sehen wir steigende Krankheitsquoten, ganz besonders im psychischen Bereich und auch eine so genannte „Great Resignation“, was eine Kündigungswelle von Beschäftigten in der jüngeren Vergangenheit bedeutet. Was ist da los?
Erfolgreich im Betriebsrat - Der Betriebsausschuss
In den neu gewählten Betriebsräten sind die Konstituierungen in der Regel abgeschlossen, und auch der Betriebsausschuss ist besetzt. Gerade für neue Betriebsräte ist häufig nicht ganz klar, was genau die Aufgaben sind und wie der Betriebsausschuss im Verhältnis zum Betriebsrat, den Beschäftigten und dem Arbeitgeber gegenüber agiert.
Aber, auch das bekomme ich mit, auch manch altem Hasen sind bestimmte Zusammenhänge mit diesem Gremium und Gestaltungsmöglichkeiten nicht vollkommen vor Augen.
Deshalb, und um das Thema „Betriebsausschuss“ einmal vom Grunde her auszuleuchten, geht’s in der heutigen Folge mal detaillier um dieses wichtige Gremium.
Betriebsratsvorsitzende - Leader, aber keine Chefs!
Die Rolle von Betriebsratsvorsitzenden ist im Betriebsverfassungsgesetz sehr genau beschrieben und abgegrenzt. Über das Gesetz hinaus wirken Vorsitzende des Betriebsrats natürlich intensiv intern, als Organisatoren, Förderer, Integrations- und Orientierungsfiguren, Ansprechpartner, Moderatoren, Konfliktschlichter und vieles mehr. Gute Vorsitzende können ihre Betriebsräte auf höheres Level heben.
Ich habe selbst als langjähriger Vorsitzender von Betriebs-, Gesamt- und Konzernbetriebsräten umfassende Erfahrung mit dieser Funktion gesammelt. Sie ist ausgesprochen wichtig, insbesondere dann, wenn es mal knirscht im Umgang mit dem Arbeitgeber oder auch intern. Vorsitzende haben nicht selten Druck von verschiedenen Seiten und spüren die Last der Verantwortung, haben aber auch Gestaltungsmöglichkeiten und tiefe Einblicke in wichtige Zusammenhänge.
Selbstbewusste und durchsetzungsstarke Betriebsräte auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber !(?)
Betriebsräte sind vom Gesetzgeber mit einer ganzen Reihe von Rechten ausgestattet worden. Sie werden von der Belegschaft gewählt, um sie zu vertreten. Das wäre ohne solche Rechte bloße Bittstellerei und vollkommen vom Wohlwollen des Arbeitgebers abhängig. Betriebsrat wird man, weil man sich für andere einsetzen, was für sie erreichen will.
Kaum gewählt, fangen dann die Mühen der Ebene an. Welche Rechte habe ich, wie kann ich sie durchsetzen? Die, die es bisher gemacht haben, machen das schon, ich guck erst mal, wie der Hase läuft. Und wenn da wenig kommt? Was soll denn ich groß als normales Mitglied oder Ersatzmitglied tun, wenn selbst die alten Hasen nur gelegentlich als Betriebsrat in Erscheinung treten?
Startklausuren neu gewählter Betriebsräte – wie geht man da richtig ran?
Nach den Betriebsratswahlen ist vor der Amtszeit. Und die soll möglichst erfolgreich sein, das ist ja vollkommen klar. Wer als Betriebsrat erfolgreich agieren will, der legt nicht einfach los oder begibt sich nach der Wahl in einen vierjährigen Dornröschenschlaf, sondern der zieht sich zurück, sortiert sich intern kulturell und inhaltlich und geht die Aufgaben strukturell und strategisch sauber an. Wie man so etwas machen kann, darum geht es in dieser Blogfolge.
Berater wie ich haben in diesen Tagen und Wochen hohe Konjunktur, denn viele Betriebsratsgremien buchen uns für Start-, Strategie- oder sonstige Workshops, um ihre Aufstellung, Ziele und die Grundregeln fürs Miteinander im neu zusammengesetzten Gremium mit professioneller Begleitung aufzugleisen. Ich bin von einigen Kolleginnen und Kollegen, die die Kostenübernahme für eine solche Veranstaltung von ihrem Arbeitgeber – trotz Durchsetzungsmöglichkeiten auch in solchen Fragen – nicht erwarten können, darauf angesprochen worden, ob ich nicht einmal ein wenig den Schleier lüften mag, der über solchen Veranstaltungen liegt.
Betriebsrat ist man nebenbei!? – Die Berücksichtigung von Betriebsratsarbeit in der Personalplanung
Die meisten Betriebsräte sind nicht für ihr Ehrenamt freigestellt, sondern sind ganz normal an ihrem Arbeitsplatz tätig. Wenn sie Betriebsratsaufgaben wahrnehmen, fehlt dafür den Kolleginnen und Kollegen in ihrem beruflichen Umfeld gelegentlich das Verständnis und sie reagieren wenig herzlich auf die Ankündigung, sich für die Betriebsratsarbeit von ihrem Arbeitsplatz zu entfernen. Ich habe das selbst erlebt: Und wenn Du noch so überzeugt von der Wichtigkeit Deines, Achtung: Ehrenamts, bist, entfernst Du Dich doch mit einem leicht schlechten Gewissen und unter man kühlem Blick der Kollegen von Deinem Arbeitsplatz. Vom Chef oder der Chefin ganz zu schweigen.
Später versuchst Du dann, oft, wenn die anderen schon gegangen sind, Deine Arbeit nachzuholen, denn das hat natürlich keiner für Dich gemacht und Du willst auch allen zeigen, dass Dein Betriebsratsjob Dich nicht zu einem Low-Performer am Arbeitsplatz macht. Wenns ganz blöd läuft, verlierst Du den Spaß an beidem und wirfst das Handtuch im Betriebsrat oder schränkst Deine Aktivitäten ein. Und in harten Fällen leidet sogar Deine Gesundheit darunter.
Die Bedeutung von Gefährdungsbeurteilungen und die Mitbestimmung des Betriebsrats
Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen zahlreichen Homeoffice-Situationen hat in meiner Betriebsratsberatung ein Thema eine Renaissance erfahren, mit dem offensichtlich viele Betriebsräte ein wenig fremdeln: Die Gefährdungsbeurteilung. Dabei geht es nur vordergründig ausschließlich um die Lux-Zahl der Lampen, die Rutschfestigkeit des Teppichs oder die „Arbeitsunfälle“.
Im Homeoffice und beim mobilen Arbeiten, aber auch ganz normal im Betrieb spielen Fragen von Ergonomie und psychischen Belastungen eine immer stärkere Rolle. Gerade letzteres aber, die Gefährdung der Gesundheit durch auf die Psyche wirkende Faktoren, ist aber in der Mehrzahl der Betriebe nicht Gegenstand von Gefährdungsbeurteilungen. Das hat teils gravierende bis fatale Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Wie man sich dem als Betriebsrat richtig nähert, darüber wollen wir in dieser Blog Folge sprechen.
Als Betriebsrat ungenutzte Potentiale im Wirtschaftsausschuss heben
Längst nicht in jedem Unternehmen, in denen ein Wirtschaftsausschuss bestehen müsste, ist er auch wirklich vorhanden. Und auch nicht überall dort, wo er existiert, wird er vollprofessionell betrieben. Oft läuft er nebenbei mit, denn die führenden Betriebsräte, meist auch Mitglieder in den Aufsichtsräten, haben den tiefen Einblick in die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Unternehmens. Und viele meinen, das reicht dann schon. Warum es sich trotzdem lohnt, den Wirtschaftsausschuss konsequent zu professionalisieren, darüber möchte ich in diesem Blog mit Euch sprechen.
Bevor wir allerdings zur richtigen Handhabung des Wirtschaftsausschusses kommen, steigen wir erst einmal mit den Basics ein. Gemäß § 106 Betriebsverfassungsgesetz ist in allen Unternehmen mit in der Regel mehr als einhundert ständig beschäftigten Arbeitnehmern ein Wirtschaftsausschuss zu bilden.
Betriebsratswahl 2022: Geschafft, in den BR gewählt! – Und nun?
All die Mühe, all der Wahlkampf, all das Zittern, all die Hoffnung haben sich gelohnt: Du hast es bei der Wahl in den Kreis der ordentlichen Mitglieder des Betriebsrats geschafft! Herzlichen Glückwunsch hierzu und Danke, dass Du im Interesse der Kolleginnen und Kollegen bereit bist, diese Verantwortung zu übernehmen! Für viele von Euch ist es die erste Amtszeit, andere sind neu in der Situation, Steuerungsverantwortung als Vorsitzende übernommen zu haben, und selbst manch erfahrener Hase fragt sich: Wie geht’s jetzt eigentlich weiter, was sind die nächsten richtigen Schritte? Das schauen wir uns jetzt mal näher an!
Meist ist nicht alles neu im Betriebsrat nach der Wahl, und es gibt vieles, auf dem man aufsetzen bzw. auf das man bauen kann.

360 Grad
Betriebsrat Consulting GmbH

